‚Talkrunde Design‘ – Im Gespräch mit Alain Frie

Wenn die führende Messe für Wohnraumdesign, Living und Deko ihre Tore öffnet, dann steht dieses Date auch bei dem Team rund um wanduhr.de ganz oben auf dem Terminkalender. Hier, auf der Tendence 2012, die vom 24.08. bis zum 28.08. dazu einlud die neuesten Trends rund um das Thema Wohnen, Einrichten und Schenken zu erleben, ist man auf der Suche nach neuen Produkten und Entwicklungen, trifft sich mit Händlern, führt Gespräche und bahnt neue Partnerschaften an.

Nextime at Tendence 2012

Auch das Niederländische Uhren-Label Nextime, das immer wieder neue, aufregende Uhren-Designs lanciert, die in dem Uhren-Shop auf wanduhr.de schon längst zum Dauerbrenner geworden sind, präsentierte sich auf der Tendence in Frankfurt – Mit dabei: Alain Frie, Geschäftsführer und Designer bei Nextime.

Das Treffen mit Alain wurde genutzt um abermals Interessantes zu erfahren – über Alain selbst und seine Arbeit als Designer.Viel Spaß beim folgenden Interview:

Interview mit Wanduhren-Designer Alain Frie

Wolfgang: Hallo Alain – Schön, dass du dir die Zeit nimmst, mich hier in Frankfurt auf der Tendence 2012 zu treffen. Die Tendence ist die wichtigste Orderplattform und das bedeutendste Trend-Barometer im Bereich Wohnen & Schenken. Was für Key-Trends bestimmen derzeit die Branche und was hast du uns aus dem Hause Nextime mitgebracht?

Alain: Jedes Jahr gibt es natürlich viele, neue Trends. Dieses Jahr kommen diese jedoch etwas ruhiger daher. Ich glaube das die Besucher der Tendence 2012 nicht solche ganz speziellen Dinge haben wollen, sondern ehr etwas Gesetzteres – Ein bisschen Back to Basic und ein bisschen mehr Traditionelles.
Für 2012 haben wir etwas grafisch im Design gearbeitet und ich glaube auch nächstes Jahr werden wir in Punkto Trends keine aufgeregten, wilden Uhren-Modelle lancieren, sondern Design-Uhren, welche Ruhe ausstrahlen.

Wolfgang: Viele deiner Uhren-Designs wirken auf mich tatsächlich zeitlos – losgelöst von jeglichen Trends. Wie wichtig sind diese überhaupt für deine Arbeit? Welchen Stellenwert nehmen Trends für dich als Wanduhren-Designer ein?

Designer-Interview: Wolfgang Thelen und Alain Frie

Alain: Es ist natürlich oft so, dass man eine Wanduhr für einen längeren Zeitraum kauft und diese Uhr nicht nur für einige Monate oder ein Jahr in der Wohnung hängen hat. Im Wohnbereich muss man einfach etwas zeitloser sein wie etwa in der Mode.
Zudem arbeiten wir mit sehr vielen Distributoren in der ganzen Welt zusammen, die alle ihren eigenen Blickwinkel auf die Trends in ihrem Markt haben. Auch darauf versuchen wir unsere Designs anzupassen. So entsteht immer wieder eine zeitlose Uhren-Kollektion.

Wolfgang: In dem letzten Interview, welches du für wanduhr.de gegeben hast, erwähntest du, dass Design zu der treibenden Kraft im Uhrenbusiness geworden ist. Was ist Design für dich persönlich? Design ist…?

Alain: Design ist für mich ohne Zweifel die treibende Kraft im Business. Auch hier auf der Tendence kann man sehr stark sehen, was sicher auch mit der momentanen Krise zu tun hat, dass die Menschen in Punkto Gestaltung zwar ein bisschen beim traditionellem Geschmack bleiben, aber immer auf der Suche nach etwas Neuem sind – Neue Dinge, neue Entwicklungen.
Ein guter Mix zwischen dem was die Menschen momentan begeistert und zwischen zeitloser Gestaltung, finden wir zum Beispiel bei unserer kleinen Wall Pad.
Für mich ist Design also immer auch eine Challenge um das alles in Einklang zu bringen. Es muss, wie bei der Wall Pad einfach passen, es muss modern sein, aber nicht zu modern, es muss viele Leute ansprechen und es muss sich verkaufen lassen.

Wanduhr Grass - grün - aus Glas mit modernem stilisiertem Blumen-Print und SpiegelelementenWolfgang: Wenn wir von Design und Produktion sprechen, dann sprechen wir auch immer über einen Prozess. Ich selbst habe die Erfahrung im Modedesign gemacht, das der Design- und Produktionsprozess sehr komplex ist und viele Schritte beinhaltet, die zwischen erster Idee und fertigem Produkt stehen. Welche Aufgaben haben Wanduhren-Designer zu bewältigen?

Alain: Das hängt natürlich ein bisschen davon ab wie schwierig die Idee zu einer neuen Wanduhr umzusetzen ist. Es gibt natürlich Designs die ganz einfach sind und nur auf grafischen Drucken basieren, die auf bestehende Gehäuse oder eine Glasplatte gedruckt werden. Hier ist die Entwicklungszeit sehr kurz. Es gibt aber natürlich auch Uhren, die aus vielen Teilen bestehen, die alle Gestaltet und produziert werden müssen, wofür natürlich viele technische Detail-Zeichnungen benötigt werden.

Wolfgang: Wie lang dauert es überhaupt, bis es ein Wanduhren-Modell vom Skizzenblock in den Store oder Shop geschafft hat?

Alain:Wenn der Designer gute Arbeit leistet ca.: 1 Jahr. Bei komplexeren Modellen kann es jedoch auch bis zu 2 Jahren dauern. Nextime bringt auch eine Kollektion pro Jahr heraus. Im Frühjahr erscheint unsere Hauptkollektion, die zwischenzeitlich noch um ein paar kleine Teaser erweitert wird.

Designer Interview: Wolfgang Thelen und Alain Frie mit der Wall Pad

Wolfgang: Ebenfalls von dir stammt: „Für kreative Ideen sollte man ‚fliegen‘ und dieses ‚fliegen‘ kommt nicht einfach so zu dir wenn du es grad möchtest.“ Was tust du um deine kreativen Sinne zu stimulieren?

Alain: Ich bin ein fanatischer Kitesurfer. Wenn ich ein bisschen Entspannung brauche, dann gehe ins ans Meer, ins Wasser. Nach einem schönen Tag Kitesurfen bin ich dann oft etwas kreativer.
Natürlich bringt auch jeder Messe-Besuch neue Inspiration mit sich. Auf solchen Events habe ich oft Ideen für neue Wanduhren-Designs.
Hier auf der Tendence kann man wunderschön sehen was los ist, welche Farben und Formen, welche neue Ideen angesagt sind und was den Geschmack der Besucher trifft. Das Inspiriert. Es kann zum Beispiel sein, dass ich hier eine schöne Lampe sehe, die mich dann dazu anregt eine neue Uhr zu machen.

Designer Interview: Wolfgang Thelen und Alain Frie

Wolfgang: Auf deinem Twitter-Account habe ich gelesen, dass du letztes Jahr in Hong Kong warst. Interkulturelle Erlebnisse sind oft ein hervorragender Nährboden für neue, kreative Ideen. Hat der Aufenthalt in Hong Kong bei dir Spuren hinterlassen? Hat dich irgendetwas besonders Inspiriert?

Alain:Da wir in Hong Kong eigene Büros haben und dort produzieren, bin ich mindestens drei Mal im Jahr in Hong Kong. Hong Kong ist eine Mega-City, eine pulsierende Super-Stadt, die natürlich inspiriert.
Besonders inspirieren tut mich jedoch immer wieder unsere Produktion dort – die Methoden aber auch die Materialen welche verwendet werden. Diese Eindrücke nehme ich dann wieder mit nach Europa und arbeite mit unserem Design-Team daran, diese Inspiration in neue Wanduhr-Ideen und Konzepte zu verwandeln.
Das Einzige was die Chinesen nicht haben ist Kreativität – Das findet man in Hong Kong nicht.

Wolfgang: Gibt es unter den zahlreichen Wanduhren welche du bisher gestaltet und produziert hast ein Design welches für dich persönlich ganz besonders ist? Gibt es eine ‚Alain-Frie-Design-Ikone‘?

Alain:Ich finde es ein bisschen schwierig über meine eigenen Designs zu sagen, dass die alle super schön sind, aber dennoch gibt es meine persönliche Lieblings-Wanduhr. Sie ist eine Room-Devider-Uhr, die wir früher gemacht haben. Das ist eine Wanduhr, die frei im Raum hängt – eine Uhr die ich persönlich sehr schön finde. Ich finde ihr Design sehr gelungen, was nicht heißt, dass es ein riesen Erfolg war. Dennoch glaube ich, dass viele Leute diese Wanduhr gekauft und noch heute ihren Spaß damit haben.

Designer Interview: Wolfgang Thelen und Alain Frie

Wolfgang: Design ist, da sind wir uns sicher einig, maßgeblich relevant für Markenbildung. Was sind die Markenwerte von Nextime?

Alain: Ich glaube Uhren werden im Allgemeinen nicht als Produkte gesehen, die viel mit Markenwert zu tun haben. NeXtime arbeitet jedoch hart daran das zu ändern. Das wichtigste für NeXtime ist Design das funktioniert und top Qualität, sowie ein gutes Marketing um alles in Einklang zu bringen.

Wolfgang: Nachhaltigkeit ist ein Begriff der immer intensiver in den Fokus rückt. Wie sieht es bei Nextime in Punkto Nachhaltigkeit im Werksttoff und Nachhaltigkeit in der Produktion von Wanduhren aus?

Alain:Natürlich spricht heute jeder über Nachhaltigkeit. Aber im Allgemeinen denke ich, wenn man darüber spricht, sollte man auch entsprechend handeln. Einige reden sehr viel davon, tun aber sehr wenig.
Nextime versucht stets sehr nah an der Produktion zu sein. So können wir eng mit den Fabriken zusammen arbeiten um gute Rahmenbedingungen und ein positives Arbeitsklima für die Beschäftigten zu schaffen. Gute Arbeitsbedingungen finde ich sehr wichtig. Ebenso verwenden wir keinerlei Materialien, die der Umwelt schaden und arbeiten stets daran, dass die Fabriken zukünftig noch umweltfreundlicher werden. Das ist das Wichtigste.

Wanduhr "Romeo & Juliet" von Nextime aus HolzWolfgang:Nextime – Hier wird Lebensgefühl in Wanduhren gepackt! Trifft diese Aussage zu?

Alain: Es ist so – Wenn eine Wanduhr bei dir im Haus hängt, dann kann das durchaus etwas über dich selber aussagen.
Viele Uhren die wir derzeit produzieren sind zum Beispiel sehr witzig gestaltet, wie etwa die Wanduhr ‚Romeo and Juliet‘. Zu jeder vollen Stunde kommt Julia, begleitet durch ein kleines Musikstück von Bach aus ihrem Häuschen und zeigt sich Romeo, welcher bereits voller Sehnsucht vor ihrem Häuschen wartet.
Solch eine Uhr erzählt tatsächlich von einem Lebensgefühl. Solche witzig-charmante Wanduhren entstehen immer wieder bei uns, weil wir für jedes Design eine gewisse Geschichte entwickeln und uns ein bestimmtes Haus vorstellen – Einen Lebensraum, in dem die Wanduhr einmal hängen soll.

Die Besitzer von Nextime-Wanduhren sollen sich jedes Mal aufs Neue freuen, wenn sie ihre Uhr betrachten uns sagen können: „Japp – Das ist eine schöne Uhr.“

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